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Wie ich meine Arbeit schaffe oder: 10 Regeln für viel mehr Produktivität

Wie ich meine Arbeit schaffe oder: 10 Regeln für viel mehr Produktivität

Mein gesamtes halbwegs erwachsenes Leben habe ich immer deutlich mehr gearbeitet als der Durchschnitt. Während andere einen Job hatten, habe ich mir immer noch eine zweite oder dritte Aufgabe gesucht, von denen jede einzelne vermutlich die Bezeichnung Fulltime-Job verdient hätte. Das ist bis heute so. Ich kann und will nicht nur eine einzelne Sache machen. Dabei würde es mir viel zu schnell zu langweilig werden. Ich bin eher der Typ Mensch, der aus irgendeinem Grund eine Menge Ideen hat, diese dann aber auch umsetzt und einfach einmal ausprobiert, ob mehr Potenzial darin steckt, während andere sich erst einmal mit trockenen Analysen beschäftigen würden. Mein Anspruch ist dabei aber immer ein hoher, ich möchte immer das Maximum erreichen – auch wenn das natürlich nicht immer klappt.

Wer mich kennt, weiß, dass ich gar nicht anders kann. Wer mich nicht kennt, fragt mich oft, wie ich all die Dinge unter einen Hut bekomme und scheinbar trotzdem genug Freizeit habe, um mein Leben zu genießen. Für diejenigen, die mich das häufig fragen, schreibe ich diesen Text – eigentlich ist das nämlich alles gar kein Hexenwerk.

Wer viele verschiedene Dinge machen möchte, wer viel leisten möchte und sich selbst dabei immer wieder challengen, an die Grenzen bringen will, muss ein paar Regeln befolgen. Regeln, die wirklich wichtig sind, wenn es klappen soll. Einfach nur viel arbeiten hilft nämlich nichts – gar nichts. An die planlosen Workaholics da draußen: Einfach nur viel machen/arbeiten bringt nicht viel, glaubt mir.

Deshalb hier meine persönlichen Regeln, die mir mein Arbeitspensum ermöglichen, die übrigens erst einmal noch nicht darüber entscheiden, ob das, was man da macht auf wirklich erfolgreich sein wird – das steht noch einmal auf einem ganz anderen Blatt:

  • Wer viel arbeitet, muss auch viele Pausen machen. Echte Pausen, in denen man sich ausklingt, den Kopf in eine andere Welt verfrachtet. Für mich funktioniert die Kombination aus Reisen und Fotografie hier am besten – da ist man abgelenkt, wird aus dem Alltag gezogen und macht etwas völlig anderes, das zugleich die Kreativität anregt. Abgesehen davon sind Reisen und vor allem andere Kulturen das A&O zur Generierung neuer Ideen – wer immer nur in den eigenen vier Wänden sitzt, hat auch immer nur die gleichen Einfälle.
  • E-Mails können ein echter Killer sein. Lernt deshalb mit Eurem Posteingang umzugehen. Wer meinen iPhone-Homescreen schon einmal gesehen hat, weiß, dass dieser in der Regel knapp 10.000 ungelesene Mails anzeigt. Trotzdem wundern sich viele, dass sie von mir fast zu jeder Tageszeit innerhalb weniger Minuten eine Antwort erhalten. Das hat einen einfachen Grund: Inbox Zero ist Schwachsinn, kostet viel zu viel Zeit. Wichtig ist, dass alle persönlich an mich gerichteten E-Mails direkt und sofort beantwortet werden.
    Einzige Ausnahme: Keine Mails in den Breaks.
  • Mehr arbeiten bringt nicht mehr. Produktivität ist begrenzt und ein kostbares Gut. Jeder sollte versuchen herauszufinden, wie lange er produktiv arbeiten kann – das ist bei jedem Menschen unterschiedlich. Wer sein Produktivitätskonto an mehreren Tagen in Folge überzieht, hat an jedem folgenden Tag weniger Guthaben zur Verfügung. Das ist tatsächlich ein Teufelskreis, auf den man sehr gut achten sollte. Deshalb: Feierabend, wenn die Produktivität am Ende ist – egal was man gerade eigentlich alles noch zu tun hätte.
  • Niemand stirbt, wenn etwas nicht perfekt ist. Perfektion ist etwas für Anfänger, die keine Ahnung davon haben, wie das echte Leben läuft. „Done is better than perfect“ ist nicht nur eine Floskel, sondern in der Regel zutreffend. Nachsteuern kann man schließlich immer noch.
  • Niemand stirbt, wenn Deadlines überzogen werden. Meiner Meinung nach sind 95% aller Deadlines quasi ausgewürfelt, also nur deshalb festgelegt worden, weil man einfach einmal irgendeinen Termin festlegen wollte. Man muss sich also nicht immer an jeden noch so utopischen Termin halten – die meisten davon sind reine Fantasieprodukte.
  • Klare Ansagen sorgen nicht immer für neue Freunde, aber für weniger Stress. Ich habe schon lange damit aufgehört, mich allem und jedem zu fügen. Ich sage meine Meinung und das in der Regel ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen. Das sorgt für kurze Entscheidungsprozesse und am Ende für mehr Produktivität.
  • Ich habe nicht immer Recht. Genauso wichtig wie eine klar Meinung ist, dass man sich eingestehen muss, dass auch der Andere Recht haben kann. Respekt für die Meinung anderer und eine ordentliche Portion Selbstreflektion hilft und vermeidet lange Diskussionen, die zu viel Zeit kosten. Packt die Argumente auf den Tisch und betrachtet sie möglichst objektiv!
  • Nur weil jemand sagt, dass etwas nicht geht, ist das noch lange nicht die Wahrheit. Wer sich bei einer Idee schon von den ersten Kritikern und Skeptikern einschüchtern lässt, wird auch nichts erreichen. Solange man selbst daran glaubt und sich selbst – auch mit sachlichen Argumenten – davon überzeugen kann, dass es funktionieren müsste, sollte es auch probieren. Wichtig dabei: Seid Euch selbst gegenüber immer brutal ehrlich und möglichst objektiv – leider nicht immer die einfachste Übung.
  • Derjenige, der sich eine Regel ausgedacht hat, muss nicht zwingend Recht gehabt haben. Regeln sind gut und wichtig. Sie halten unsere Gesellschaft irgendwie zusammen. Aber ganz ehrlich: Wer sich nicht traut hier und da mal eine dieser gesellschaftlichen Regeln zu brechen, kann auch nichts Neues schaffen.
  • Wer sagt eigentlich, dass diese Listen immer 10 Punkte haben müssen?Neun reichen in diesem Fall vollkommen aus.

Und eine Sache, die ganz wichtig, aber eigentlich selbstverständlich ist: Arbeiten kann man überall – seht das also flexibel und fesselt Euch nicht die ganze Zeit an einen Schreibtisch.

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