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Benedict Rodenstock: Ein Gründer sollte umsetzungsstark sein und gut mit Menschen umgehen können.

Benedict Rodenstock: Ein Gründer sollte umsetzungsstark sein und gut mit Menschen umgehen können.

Benedict Rodenstock ist Gründer von ASTUTIA, eine inhabergeführte und unabhängige Beteiligungsgesellschaft mit Sitz in München. Seit nunmehr 10 Jahren investiert das Unternehmen in innovative Unternehmen mit einem Schwerpunkt auf die Bereiche Internet und Digitale Medien. In unserem Interview erklärt Rodenstock, worauf es ihm als Investor ankommt und welche Strategie er verfolgt.

Du bist jetzt schon seit vielen Jahren als Investor tätig und hast Dich an zahlreichen Startups beteiligt. Wie kam es zu Deiner ersten Beteiligung?

Als Investor wollte ich tätig werden nachdem ich meinen MBA gemacht hatte. Aufgrund meiner bisherigen Erfahrung wählte ich die Internetbranche. Mein erstes Investment machte ich vor über 10 Jahren gemeinsam mit B2V. Das Unternehmen Cycleon, ein Dienstleister für das Retourenmanagement im Online Handel, gehört heute zur Reverse Logistics Group.

Welche Themen bzw. Geschäftsmodelle sind derzeit besonders interessant für Euch?

Spannende Gründungen und Entwicklungen sehen wir derzeit auf vielen Feldern. Technologischer Fortschritt durch z.B. Artificial Intelligence oder Blockchain, verändern aktuell nahezu jede Branche. Dazu zählen zum Beispiel die Bereiche, Gesundheit, Immobilien, Logistik, und Automotive. Im Bereich Handel und E-Commerce haben wir verstärkt Teams im Blick, die als Hersteller eigene Produkte mit starkem Branding in den Endkundenmarkt bringen wollen. Aber auch Themen wie E-Sports haben wir im Auge.

Wie sieht eine Beteiligung bei Euch normalerweise aus? 

Wir investieren in der Regel eher früh, zwischen Late Seed- und Series A-Runde. Dabei sind wir meist Teil eines Konsortiums. Eine Beteiligung halten wir im Schnitt zwischen drei und fünf Jahren.

Worauf achtet Ihr bei einem Investment? Wie läuft der Prozess im Vorlauf einer Beteiligung bei Euch in der Regel ab?

Besonders wichtig finden wir, dass sich die Gründer und Investoren kennen lernen. Wenn die Chemie stimmt und die Zielvorstellungen zusammenpassen, schauen wir, wie der Deal zustande kommen kann. Und wenn darüber Einigung besteht, kümmern wir uns um die Formalitäten. Der Prozess kann eine Weile dauern, doch mitunter auch sehr schnell gehen.

Bei unserer Deep.48fwrd: Entrepreneurship Masterclass am 07.07. wirst Du zusammen mit Yacine Coco, der Mitgründerin von CATCHYS, auf der Bühne sitzen. Kannst Du uns etwas mehr über Eure Beteiligung bei diesem Startup erzählen? Was macht CATCHYS und warum war das interessant für Euch?

Der wichtigste Faktor war natürlich das Team. Yacine und ihre Mitgründerinnen haben immer für die Idee gebrannt und dem Unternehmen eine klare Richtung gegeben. Das Ergebnis der Arbeit sehen wir jetzt. Auch der Gesellschafterkreis passte von Beginn an und ist sehr heterogen. Und wir freuen uns natürlich, dass wir ein Unternehmen zu unseren Beteiligungen zählen dürfen, dass von Frauen aufgebaut und geführt wird. Das ist heute leider immer noch nicht die Regel.

Ein Gründer darf gern auch ein bisschen verrückt sein.

Welche Eigenschaften sollte ein Gründer Deiner Meinung nach mitbringen?

Ein Gründer sollte umsetzungsstark sein und gut mit Menschen umgehen können, und zwar mit Mitarbeitern, Kunden und Investoren. Er sollte eine klare Vision haben, und darf gern auch ein bisschen verrückt sein. Er sollte auch flexibel sein, weil selten Pläne eingehalten werden und Wege zum Erfolg angepasst werden müssen. Wenn dann noch das Geschäftsmodell passt, sind die wichtigsten Voraussetzungen gegeben.

Wie stark seid Ihr nach dem Investment involviert? Lasst Ihr das Unternehmen weitestgehend alleine laufen oder steht Ihr auch operativ mit Rat und Tat zur Seite?

Nach dem Investment lassen wir die Gründer weitgehend allein laufen, sind aber bei Problemstellungen immer für das Team da. Als Investor sind wir an vielen Stellen natürlich formell eingebunden. Wenn darüber hinaus Fragen bestehen oder wir auf andere Weise unterstützen können, und das kommt durchaus vor, dann helfen wir gern.

Was ist aus Deiner Sicht – abgesehen von der finanziellen Investition – der größte Benefit, den ein Startup durch einen Investor wie ASTUTIA bekommt?

Ein Gründer hat mit ASTUTIA einen erfahrenen Investor im Boot, der ihn schon früh und dann langfristig unterstützt. Weil wir eigenes Geld investieren, unterliegen wir keiner kurzfristigen Denkweise. Natürlich wollen auch wir einen Exit, doch in erster Linie wollen wir helfen, Unternehmen aufzubauen. Mit über einem Jahrzehnt Erfahrung als Frühphaseninvestor wissen wir, dass man als Gründer den Erfolg nicht über das Knie brechen kann.

Am 07. Juli 2017 veranstaltet 48forward in München eine Deep.48fwrd Masterclass rund um Entrepreneurship. Benedict Rodenstock wird den Teilnehmern hier zusammen mit Yacine Coco, einer der Gründerinnen von CATCHYS, Rede und Antwort stehen.

Mehr Informationen zu Veranstaltung! 

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