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AI auf der Viva Technology in Paris

AI auf der Viva Technology in Paris

Spätestens als die von Google DeepMind entwickelte KI AlphaGo begann, menschliche Spieler in dem äußerst komplexen Brettspiel Go zu schlagen, war die Aufregung groß. Dass computergesteuerte Programme Menschen in Schach schlagen können, ist bereits bekannt, war aufgrund der vergleichsweise geringen Kombinationen von möglichen Spielzügen jedoch nicht erstaunlich. Doch bei Go, da waren sich die Experten sicher, würde es Jahre dauern, bis die künstliche Intelligenz so weit wäre. Denn durch alleiniges Probieren aller erdenklichen Spielzüge kann man eine Partie Go nämlich nicht für sich entscheiden.

Nun ist es eben doch geschehen, weit früher als erwartet, und man stellt sich die Frage, wie ist die Entwicklung künstlicher Intelligenzen bereits vorangeschritten? Und vor allem, was bedeutet das für die Zukunft des Menschen? Im Rahmen der Viva Technology 2017 Mitte Juni in Paris, wurden diese und weitere spannende Fragen diskutiert und in höchst interessanten Diskussionsrunden besprochen.

Prominentester KI Vertreter war in Paris zweifelsohne IBMs Watson. Der nach Thomas Watson, einem der ersten Präsidenten IBMs, benannte Supercomputer ist bereits auf mehreren Gebieten des täglichen Lebens im Einsatz und womöglich auch das vorzeigbarste Beispiel seiner Art. So hilft Watson bereits heute schon unzähligen Privatkunden dabei, ihre Steuererklärungen vorschriftsgemäß und vollständig abzugeben und kann gesammelte Wetterdaten blitzschnell auslesen und so Vorhersagen quasi in Echtzeit geben.

Das spannendste Einsatzgebiet ist aber fraglos die Medizin. Dort digitalisiert Watson bereits jetzt Krankenakten, um sie zu speichern und auszulesen. Aufgrund der Unmengen an Daten ist die KI dann in der Lage selbstständig Diagnosen zu stellen. Und es geht noch weiter: Bei einer Studie hat Watson in 33% der Fälle digitale Fachliteratur gefunden, die menschliche Ärzte nicht finden konnten. Doch dass die Technik irgendwann einen Doktor komplett ersetzen wird, bleibt unwahrscheinlich. Die wenigsten wollen sich von einer Maschine untersuchen lassen. Vielmehr können KIs und Deep Learning helfen, Big Data zu erfassen und für Ärzte aufbereiten. So meint etwa auch Kyu Rhee, Chief Health Officer bei IBM Watson Health, dass in fünf bis zehn Jahren hinter jeder medizinischen Entscheidung eine Art KI oder Maschine steht, oder zumindest unterstützend dazu beigetragen hat.

Aber auch in anderen Gebieten des täglichen Lebens sind bereits künstliche Intelligenzen im Einsatz und die Frage, die sich dabei zwangsläufig stellt lautet: Wird der Mensch als Arbeitskraft irgendwann obsolet? Die einhellige Meinung auf der Viva Technology heißt: Nein. KIs werden wohl nie ganze Jobfelder übernehmen, sondern lediglich Teilaspekte davon, was sie heutzutage auch bereits tun. Allerdings sei die Zukunft in diesem Fall schwer vorherzusehen, da sich auch Arbeitsgebiete und Aufgabenfelder ständig verändern.

Jedoch bleibt auch nach der Viva Technology in Paris ein gewisser Restzweifel, wohin die Reise mit künstlichen Intelligenzen geht, wie schnell sie tatsächlich in der Lage sind zu lernen und sich eigenständig weiterzuentwickeln. Nicht umsonst fordern eine Reihe prominenter Wissenschaftler und Unternehmer, darunter etwa Stephen Hawking und Elon Musk, strenge Auflagen und Restriktionen für KIs, um nicht eines Tages in einem dystopischen Sci-Fi-Setting zu erwachen. Auch Suranga Chandratillake von RhythmOne (ehemals: blinkx) war in Paris eher skeptisch. Seiner Meinung nach werde das gesamte Thema öffentlich zu wenig behandelt und dadurch wisse auch niemand außerhalb von Google, Microsoft, Amazon, Apple und Co, was genau diese Firmen auf diesem Themengebiet treiben und welche Ziele sie verfolgen.

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