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Wird Dara Khosrowshahi die Probleme von Uber lösen können?

Wird Dara Khosrowshahi die Probleme von Uber lösen können?

Nach dem Abgang von Travis Kalanick sowie zahlreichen Skandalen und Problemen war Uber auf der Suche nach einem neuen CEO. Diesen hat das Unternehmen nun scheinbar in Dara Khosrowshahi gefunden, der bisher CEO bei Expedia war. Der 48-Jährige machte Expedia in den Jahren seit 2005 zu einem der weltweit größten Player im Online-Reisemarkt. In dieser Zeit gab es immer wieder zahlreiche positive Stimmen zu seinem Führungsstil. Man bezeichnete ihn als leidenschaftlich und verantwortungsbewusst – Eigenschaften, die in der Führungsetage von Uber dringend gebraucht werden. Was er allerdings bisher nicht wirklich beweisen konnte: Expertise im Geschäftsfeld seines neuen Arbeitgebers.

Khosrowshahi hatte auch vor seinem Start bei Expedia keine echte einschlägige Erfahrung im Reisemarkt. Er konnte das Unternehmen aber dennoch überaus erfolgreich führen, was für ihn spricht. Andererseits ist Uber ein ganz anderes Kaliber, ein Unternehmen, das nicht nur klassische Mitarbeiter hat, sondern auch eine inzwischen riesige internationale Community an Fahrern, die durch Kalanicks Verhalten in der Vergangenheit eine Menge Vertrauen in das Unternehmen verloren hat. Am Ende wird die Beziehung zur Fahrer-Community gerade in den nächsten Jahren entscheidend für den Erfolg von Uber sein. Nur wenn die Verfügbarkeit in allen Städten gegeben ist, nur wenn der Service stimmt, wird Uber weiter wachsen können. Khosrowshahi muss hier also eine Menge Überzeugungsarbeit leisten und einen vertrauenswürdigen Eindruck hinterlassen.

Das Problem bei Uber war nie das Geschäftsmodell

Das Unternehmen selbst wird er mit recht hoher Wahrscheinlichkeit wieder auf Kurs bringen. Das Problem bei Uber war nie das Geschäftsmodell, sondern die Unternehmenskultur, angetrieben von einem hitzköpfigen CEO und Gründer, dem es schlichtweg an Taktgefühl gefehlt hat. Bei Expedia hat Khosrowshahi seine Führungsqualitäten bewiesen – auch in der Prägung einer vorbildlichen Unternehmenskultur. Schafft er nun bei Uber die Transferleistung auch in Richtung der Fahrer-Community, stehen die Chancen gut, dass er Erfolg haben wird und das Unternehmen wieder auf Kurs bringt.

Ganz uninteressiert war Khosrowshahi am Transport-Business in der Vergangenheit übrigens nicht. Er ist privater Investor bei Convoy, einem Unternehmen, das als das „Uber für Trucks“ bezeichnet wurde. Außerdem zeigte er sich in der Vergangenheit immer wieder interessiert an autonomen Fahrzeugen und genau diese sind das Zukunftsmodell, auf das quasi alle Uber-Investoren gesetzt haben.

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