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16 Jahre Vorverurteilung: Wie 9/11 die Gesellschaft veränderte

16 Jahre Vorverurteilung: Wie 9/11 die Gesellschaft veränderte

Heute vor 16 Jahren ist in New York das Unvorstellbare geschehen: Um 08:46 Uhr Ortszeit schlägt American Airlines Flug 11 in den Nordturm des World Trade Centers in New York ein. Spätestens 17 Minuten später, als United Flug 175 in den Südturm einschlägt, wird klar, dass es sich nicht um einen Unfall, sondern um einen gezielten Terroranschlag handelt. Am Steuer sitzen eiskalte Killer, Terroristen, die der Terrorgruppe Al Qaida angehören. Sie veränderten am 11. September 2001 in wenigen Minuten die Welt, sie machten uns ängstlich und sorgten dafür, dass der internationale Terrorismus nie wieder aus unserem Fokus verschwand. 9/11 wurde zum Startschuss einer schrecklichen Entwicklung.

Vorverurteilungen wurden zur Tagesordnung

Sie veränderten mit ihren Taten aber auch das Leben von Millionen Menschen, von Muslimen, von arabisch aussehenden Menschen, von unschuldigen, aufrichtigen Mitgliedern unserer Gesellschaft. Sie haben seither mit direkter oder indirekter Vorverurteilung zu kämpfen, werden seither immer wieder Opfer von Beschuldigungen und Diffamierungen. Der Westen hat Angst vor dem Fremden bekommen. Nicht, dass er die davor nicht gehabt hätte, doch seit 9/11 scheint es wieder legitim zu sein, diese offen auszuleben – ohne Rücksicht auf Verluste.

Wer fremd aussieht, könnte gefährlich sein. Diese uralte Angst ist ein uralter, ein natürlicher Instinkt, doch eigentlich sollten wir inzwischen intelligent genug sein, um zu erkennen, dass sie unfair, dass sie absolut unbegründet ist. Terrorist ist nicht, wer einer Religion folgt, wer aus einem bestimmten Land kommt, wer einer anderen Kultur entstammt. Terrorist ist, wer krank im Kopf ist, wer absurden Ideologien folgt und denkt, dass er Zutritt zu einer besseren Welt bekommt, wenn er Andersgläubige tötet. Terroristen sind Einzelfälle, kein Kulturkreis, keine Religionsgemeinschaft und auch keine Landesbevölkerung.

Jeder verdient eine faire Chance!

Gerade in Zeiten des Wahlkampfes reden wir immer wieder von der Gefahr, die von Flüchtlingen ausgeht, von den Andersgläubigen, die unser Land gefährden. Fast alle, die zu uns kommen, sind auf der Suche nach Hilfe, auf der Suche nach einem gerechten, einem sicheren, einem lebenswerten Leben. Wir dürfen diese Menschen nicht mit Vorverurteilungen begrüßen, wir dürfen nicht den Ideologien folgen, die unser Land schon einmal in den Abgrund stürzten.

Bildquelle: Anthony Correia / Shutterstock.com

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