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Am rechten Abgrund: Deutschland vor der Wahl

Am rechten Abgrund: Deutschland vor der Wahl

So, Schluss jetzt! Ehrlich mal. Wenige Tage vor der Bundestagswahl sieht es tatsächlich so aus, dass mit der AfD erstmals eine rechtspopulistische und in Teilen rechtsradikale Partei in das Parlament einzieht. Wirklich, Deutschland?

Ich werde an dieser Stelle keine Geschichtsstunde abhalten, wir werden keinen Test schreiben und am Ende des Artikels wird auch niemand ausgefragt. Ich nehme jetzt einfach mal an, dass jeder, der das hier lesen kann, um die besondere Verantwortung Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg weiß. Und nein, diese Verantwortung hat kein Ablaufdatum. Und nein, man muss sich auch nicht schämen Deutscher zu sein. Aber die Erinnerung an die schrecklichen Taten einfach verblassen zu lassen und sie sogar aus dem Lehrplan entfernen zu wollen, ist schlichtweg skandalös.

Wer sich diese Zeiten in Deutschland zurück wünscht, kann bitte sofort nach Südamerika auswandern. Wer weiß, vielleicht trifft man in Blumenau in Brasilien ja noch Gleichgesinnte. Wer unzufrieden ist mit der Arbeit Angela Merkels, der muss sein Kreuz ja nicht bei der CDU oder CSU machen. Aber eben auch keine Partei wählen, deren Mitglieder den Holocaust leugnen, Attentate auf linke Politiker planen, oder gegen Flüchtlinge hetzen.

Niemand hat die Absicht einen Nazi zu wählen, oder?

Es kann einfach nicht sein – nein, es darf nicht sein, dass eine derartige Partei in den Bundestag kommt. Natürlich muss es in einer funktionierenden Demokratie Meinungsverschiedenheiten und Diskussionen geben. Aber Nazi zu sein ist keine Meinung – das ist eine Krankheit, verursacht durch fehlende Bildung. Mit Göbbels Erben (sein Jargon wurde extra wieder herausgekramt) kann man keinen Konsens finden und man darf ihnen auch keine Zeit im Bundestag geben, damit sie ihre Hasstiraden verbreiten und salonfähig machen.

So redundant es sich auch anfühlt das zu schreiben (jeder Zwölfjährige, der eine Schule besucht, versteht es), so notwendig scheint es zu sein, wenn man den aktuellen Wahlumfragen glaubt. Traurigerweise bestätigt sich dabei wieder einmal: es gibt kein Halt im Wahn.

Bildquelle: Alexandru Nika / Shutterstock.com

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