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Der stationäre Handel stirbt aus!

Der stationäre Handel stirbt aus!

Nun, da ich Ihre Aufmerksamkeit habe, lassen Sie mich auf diese doch sehr verbreitete Meinung erwidern:

Der stationäre Handel wird nicht aussterben.
Der langweilige stationäre Handel wird es tun.

Moment, aber wir kaufen doch immer mehr Online und niemand schreit so wirklich „Hurra“, wenn es an einem Samstagmittag in die Fußgängerzone geht, um „noch etwas zu besorgen“. Und selbst Produkte, von denen es immer hieß, dass sie zwar Online recherchiert aber im Laden gekauft würden – zum Beispiel Möbel oder Weiße Ware – werden immer öfter via Klick bzw. Tap bestellt.

Ich selbst erzähle hier gern die Geschichte von einer Freundin, die im Sommer 2017 auf eine Hochzeit eingeladen war und ein Kleid dafür suchte. Statt sich über Wochen durch die Läden der Stadt zu kämpfen, bestellte sie sich einfach 13 Kleider bei einem Online-Shop und verbrachte ein Wochenende mit einer persönlichen Modenschau in den eigenen vier Wänden mit ihren Freundinnen. Am Ende entschied sie sich für ein Kleid und schickte die anderen 12 zurück an den Shop. Portofrei selbstverständlich.

Wenn Online-Shopping heute selbstverständlich ist und unsere Innenstädte mit ihren Einkaufsstraßen angeblich dem Untergang geweiht sind: warum löst diese Geschichte bei vielen Online-Händlern, denen ich sie erzählt habe, dann spontane Schweißausbrüche aus?

Mittlerweile haben wir alle verstanden, dass die Digitalisierung ein Dreiklang ist aus Technologie, Gesellschaft und Globalisierung. Und dieser Dreiklang wiederum zeigt uns die wahre Herausforderung, wenn es um die Frage geht, wie wir die Welt – ja, auch die Welt des Handels – betrachten:

Es geht nicht mehr um „entweder, oder“.
Es geht nicht mehr um „Online“ vs. „Offline“.
Es geht nicht mehr darum, wo der Kunde kauft. Sondern wie.
Es geht nicht um den kleinen Trend, den wir auf der nächsten Digital-Konferenz vor uns hertragen können, sondern um das große Bild.

Und das große Bild stellt sich heute im deutschen Handel so dar:

Obwohl es mit Sicherheit jeder Konsument zwischen 18-28 Jahren heute anders empfinden würde, entspricht der deutsche eCommerce in 2017 „nur“ etwa 10 % (49 Mrd. EUR) des Umsatzes im deutschen Einzelhandel (493 Mrd. EUR).

Und hier wird es nun wirklich interessant.
Denn selbstverständlich ist eCommerce der Wachstumsmotor des deutschen Handels. Allein bis 2019 rechnet die Studie „Die deutsche Internetwirtschaft 2015-2019“ mit durchschnittlichen Wachstumsraten von 13 % pro Jahr.

Aber bedeutet das, dass der stationäre Handel dementsprechend keine Zukunft mehr hat weil in ein paar Jahren eh alle so shoppen werden wie meine Freundin in dem oben beschriebenen Beispiel?

Ich denke nicht.

Und viele Menschen, mit denen ich jeden Tag spreche, auch nicht. Bei PAYBACK leisten wir uns den Luxus, die Glaskugel auch mal im Regal stehen zu lassen und stattdessen gemeinsam mit unseren Partnern aktiv daran zu arbeiten wie wir Location Based Services, Mobile Payment und wirklich smarte Daten nutzen können, um den stationären Handel weiter und weiter zu digitalisieren.
(Während wir mit über 650 Online-Partnern unseren Beitrag zum eCommerce-Wachstum leisten;)

Aus einem einfachen Grund.
Wir wollen das kleine Wörtchen „langweilig“, das ich eingangs so provokativ erwähnt habe, streichen. Und „langweilig“ ist durchaus nicht subjektiv.

Heute ist langweilig alles, das starr ist, keine Flexibilität bietet und nicht inspiriert.

Für alles andere wurden wir die letzten Jahren viel zu sehr mit großartigen Services und Produkten und Technologien verwöhnt.

Ich glaube, dass die Digitalisierung des PoS eines der aufregendsten Themen ist, mit denen man sich heute in Deutschland beschäftigen kann.

Nachdem ich diesen Beitrag mit einem Statement eröffnet habe, lassen Sie ihn mich mit einer Frage beenden.
Unsere Shopping-App-Feeds sind heute alle individualisiert und personalisiert.

Warum sollten wir dann nicht auch Millionen individualisierter und personalisierter Einkaufsstraßen und Geschäfte haben?

Was denken Sie?
Schreiben Sie mir: georg.nietsch(at)payback.net

Bildquelle: Willy Barton / Shutterstock.com

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