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Wolfgang Stelzle: Die Industrie hat erkannt, dass AR ein wichtiger Baustein sein kann.

Wolfgang Stelzle: Die Industrie hat erkannt, dass AR ein wichtiger Baustein sein kann.

Von München aus überzeugt RE’FLEKT seit einigen Jahren die Industrie davon, dass VR und AR ein wichtiger Baustein für ihr Business sein können. Das Unternehmen entwickelt mit seinem internationalen Team an drei Standorten spannende Anwendungen – unter anderem für Unternehmen, wie Audi, BASF, BMW, Bosch, Porsche und Hyundai. Wir haben mit Wolfgang Stelzle, dem Gründer und Geschäftsführer des Unternehmens gesprochen.

Wenn der Laie an VR oder AR denkt, kommen ihm schnell Computerspiele oder ähnlich entertainende Anwendungen in den Sinn. Bei RE’FLEKT habt Ihr aber ganz andere Anwendungsfälle auf der Agenda. Kannst Du Beispiele nennen, die verständlich machen, welche Art von Use-Cases Eure Kunden für VR und AR haben?

Stell Dir vor Deine Kaffeemaschine funktioniert nicht mehr und Du weisst nicht was Du tun musst. Entweder Du versuchst es mit der unverständlichen Anleitung oder Du gehst zu einem Experten. Das gehört mit Augmented Reality der Vergangenheit an. Wir entwickeln Anwendungen, die Dich Schritt für Schritt anleiten, per visuellem Guide direkt auf der Kaffeemaschine oder alternativ mit einem virtuellen Experten, der genau das sieht was Du vor Dir hast. Diese Art von Handbuch und Anleitung machen wir für die Industrie und erleichtern somit den Betrieb, die Wartung oder Reparatur von Maschinen und Anlagen.

Beispiel zum Download: Augmented Repair

  • Android: https://play.google.com/store/apps/details?id=de.reflekt.enterprise.awedemo&hl=bn
  • iOS: https://itunes.apple.com/us/app/augmented-repair/id1290816759?mt=8

Mit REFLEKT ONE werden vor allem Industriekunden angesprochen. Wie weit ist die deutsche Industrie, wenn es um AR oder VR geht?

Im internationalen Vergleich ist die deutsche Industrie sehr weit, man kann schon sagen, dass wir hier eine führende Rolle spielen. Vor fünf Jahren hat das mit dem Automobilsektor begonnen und mittlerweile zieht es in den klassischen Maschinenbau genauso ein wie in Energieversorger oder Chemieunternehmen. Neue Technologien benötigen eine gewisse Zeit bevor sie vom Pilotprojekt zum Tool im täglichen Einsatz reifen.

Was genau ist REFLEKT ONE? Wie unterstützt das Produkt seine Kunden?

REFLEKT ONE verwandelt vorhandene CAD- und 3D-Daten in Augmented-Reality-Anwendungen. Mit der Plattform kann jedes Unternehmen selbst AR-Szenarien erstellen und ist nicht mehr auf spezialisierte Entwickler angewiesen. Als wir vor fünf Jahren angefangen haben, konnten unsere Kunden aus der Automobilindustrie sofort sehen, dass sie AR einsetzen können. Die Schwierigkeit lag eher an der Skalierbarkeit auf die Anzahl der Modelle und die hohen Kosten für die individuelle Erstellung der Augmented-Reality-Anleitungen. Mit REFLEKT ONE ist dieses Problem gelöst und AR lässt sich wie andere Visualisierungstools erstellen und nutzen.

Wie siehst Du die generelle Entwicklung von AR und VR gerade auch für B2B-Use-Cases in den kommenden Jahren? Werden wir hier ein rapides Wachstum sehen?

Nach dem Hype um VR in den letzten beiden Jahren zeigt sich deutlich, dass Augmented Reality beim Nutzwert im B2B-Bereich im Vorteil ist. Durch den Einstieg von Apple und Google werden mehr und mehr Geräte AR-fähig sein und der Umgang damit wird so normal wie mit dem Internet. Natürlich schaut jeder auf die Smart Glasses, denn das wird nochmal einen Schub für die Arbeitswelt von Morgen geben. Den Content und die Anweisungen direkt vor den Augen zu haben und gleichzeitig die Hände frei zu haben ist ein ganz anderes Gefühl. Allerdings wird es noch zwei oder drei Jahre dauern bis es für mehr als eine Stunde Arbeiten damit reicht.

Was würdest Du Dir von deutschen Unternehmen im Umgang mit diesen Technologien wünschen?

Wir beschweren uns ja häufig über uns selbst bei neuen Technologien. Aber ehrlich gesagt finde ich, dass die deutschen Unternehmen, und zwar vom Mittelstand bis zum Konzern, sehr offen und interessiert mit dem Thema umgehen. Natürlich gibt es mal Skepsis aber wir haben noch keine generelle Ablehnung erlebt. Die deutsche Industrie ist in vielen Bereichen führend und hat schnell erkannt, dass AR ein wichtiger Baustein sein kann. Schon früh wurden Tests gemacht und erste Anwendungen erstellt um damit zu experimentieren. Wir machen viele Workshops mit Unternehmen, um sie an Augmented Reality heranzuführen und das ist sehr konstruktiv.

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