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48forward: The Future of Money

48forward: The Future of Money

Wenn es um die Zukunft des Geldes geht, wurde vermeintlich schon alles dazu gesagt – und sogar noch ein bisschen mehr. Insbesondere seit dem unfassbaren Boom und damit verbundenen Hype, den die Cryptowährung Bitcoin letztes Jahr erlebt hat, wurde das Thema bereits ausschöpfend in 534 Talkshow-Sendungen, 1143 Artikeln in diversen Fach- und Möchtegern Fachmagazinen und 7984355 Facebook Gruppen erörtert und diskutiert (Anm. d. Red.: Zahlen entsprechen nicht der Realität, es handelt sich lediglich um eine humoristische Hyperbel).

Das Problem bei all den Veröffentlichungen, Meinungsäußerungen und Essays rund um dieses große und vertrackte Themenfeld: Am Ende blickt einfach niemand mehr durch. Das liegt zum einem an dem ganzen Wulst an Informationen, der da auf einen einprasselt. Zum anderen aber auch daran, dass naturgemäß viele Leute, die sich auf diesem Gebiet äußern, wenig oder keine Ahnung haben und sich einfach nur profilieren wollen.

Spannende Speaker und fundierte Beiträge

Auf der 48forward Konferenz im Februar 2018 in München wurde mit allen Missverständnissen, Unklarheiten und Halbwahrheiten daher ein für alle Mal aufgeräumt. Dort spielte die Zukunft des Geldes nämlich eine prominente Rolle und wurde daher ebenso seriös wie umfassend behandelt.

Nach einer generellen Vorstellung und Einleitung in das Thema durch Daniel Wingen, seines Zeichens Cryptopreneur und ein echter Veteran auf diesem Gebiet, folgte ein ausführliches Panel mit ausgewählten Rednern. Geleitet wurde die Runde von Dr. Michael Gebert, der als Crypto Activist bestens mit dem Thema vertraut ist. Mit ihm diskutierten Miriam Neubauer (Managing Director bei Catana Capital), Thorsten Weigl (CEO bei Solom) sowie Jochen Metzger (Director General Payments & Settlement Systems bei der Deutschen Bundesbank).

Gegensätzliche Meinungen ziehen sich an

Gerade mit einem Vertreter der, doch eher konservativ auf das ganze Thema blickenden, Deutschen Bundesbank, war ein Kontrast zu der sonst oft so euphorischen Goldgräber-Stimmung auf der Bühne in der Freiheizhalle präsent. Etwa 1600 ICOs oder Tokens gab es 2017 weltweit, deren Wert zeitweise bei über 700 Milliarden Dollar lag. Gibt es bei einem derart kometenhaften Anstieg überhaupt noch zurückhaltende Stimmen?

Jochen Metzger bewies schnell, dass es die sehr wohl gibt und diese seiner Ansicht nach auch bitter nötig seien. Mit seiner Aussage ICOs seien für ihn vergleichbar mit Betrug, stieß er bei dem Panel allerdings auf wenig Verständnis. Vor allem Thorsten Weigl widersprach Metzger vehement. Er vertraue viel lieber auf Mathematik, Wissenschaft und ein freies, demokratisches Währungssystem, als auf Banken und Währungen ohne Mitspracherecht.

Versöhnliche Töne und ein Mehrwert für alle

Miriam Neubauer hingegen konnte beiden Positionen etwas abgewinnen und sprach sich offen für zumutbare Regulierungen und einen offenen Diskurs aus. Denn schließlich seien vor allem Bitcoin und andere Cryptowährungen mit dem Ziel angetreten, transparent und für alle zugänglich zu sein. Und ein Stück weit auch deshalb, um den Status quo in der Finanzwelt zu verbessern.

Am Ende wurde durch die lebhafte und inhaltlich ansprechende Diskussion vor allem das Verständnis der Zuschauer in Sachen Future of Money verbessert und es wurden neue Denkanstöße gegeben.

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