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48forward: Nico Lumma – The Annual Keynote

48forward: Nico Lumma – The Annual Keynote

Dass die Welt immer komplexer wird ist bei weitem keine neue Erkenntnis – im Gegenteil. Die Zusammenhänge werden immer verworrener, die Probleme immer komplizierter. Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten auf diesen unumstößlichen Fakt zu reagieren: entweder buddelt man sich resigniert ein und sucht einfache Antworten auf schwierige Fragen. Oder man zieht den Kopf aus dem Sand und versucht die Dinge aufzuschlüsseln, zu verstehen und Lösungsansätze zu finden.

Letzteres hat sich auch Nico Lumma schon seit geraumer Zeit auf die Fahne geschrieben. Mit Sachverstand und der nötigen Prise Humor schafft es der COO des next media accelerator dabei ein ums andere Mal, die Zuhörer zu unterhalten und ihnen gleichzeitig essenzielle Werkzeuge für ein besseres Miteinander in dieser verworrenen Welt an die Hand zu geben.

Fortschritt um jeden Preis?

Lumma, der seit der ersten 48forward Konferenz im November 2015 jedes Mal mit dabei war, hielt auch im Februar 2018 wieder seine heiß erwartete Annual Keynote. Diese quasi Rede zur Lage der Nation, gepaart mit dem unverwechselbaren trocknen Humor eines waschechten Hanseaten, war auch dieses Jahr wieder eines der Highlights der Konferenz.

In ihr drehte es sich dann vor allem auch um die Angst, in dieser so schnelllebigen Welt abgehängt zu werden. Eine Angst, die momentan bei immer mehr Menschen um sich greift. Anhand aktueller Beispiele, etwa des rasanten Fortschritts bei der Entwicklung immer neuer künstlichen Intelligenzen, zeichnete Lumma das Bild einer Gesellschaft, in der Stillstand augenscheinlich nicht mehr akzeptabel ist. So sei es wenig überraschend, dass viele Mitarbeiter von Google und Apple sich das Wohnen im Silicon Valley nicht mehr leisten können. Die digitale Revolution sei gerade dabei, ihre Kinder zu fressen.

An die eigene Nase fassen

Allerdings war diese Rede keinesfalls dazu da, um auch den letzten Optimisten in seinen Grundfesten zu erschüttern und alle Zuhörer zu überzeugten Nihilisten zu machen. Dieser Vortrag war vor allem dazu gedacht, den Leuten einen Weg zu zeigen, diese Gesellschaft in eine weniger düstere und emotionslose Richtung zu lenken.

Wichtig sei dabei laut Lumma der Fokus auf fünf Dinge: Bildung, Startups, Jobs, Digitale Konsumenten und Plattform Regulierungen. Doch diese Schlagwörter allein genügen nicht, um eine echte Veränderung herbeizuführen. „Es ist eure Schuld!“ heißt gegen Ende der Keynote. Denn nur wenn sich jeder einzelne engagiert, könne man auch etwas bewegen. Um es also mit den Worten von Nico Lumma zu sagen: „do your part!“.

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