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48forward: How Digital Technologies Change Interhuman Relationships

48forward: How Digital Technologies Change Interhuman Relationships

Beim Thema Sex kochen die Gemüter erfahrungsgemäß schnell hoch. In kaum einem anderen gesellschaftlichen Bereich wird derart hitzig diskutiert. Kein Wunder, geht es doch um das Intimste und Innerste des Menschen selbst.

Als es dann im Februar 2018 bei 48forward um die Frage ging, wie der technologische Fortschritt zwischenmenschliche Beziehungen verändern wird, ging es glücklicherweise entspannt und gesittet zu. Obschon es diesem Thema bei weitem nicht an Brisanz mangelt.

Hitziges Thema – reflektierter Austausch

Dass es bei dem Panel letztendlich zu einem unaufgeregten Austausch kam, war allerdings zu erwarten. Schließlich waren die Teilnehmer allesamt erwachsene und reflektierte Menschen. Louise Troen (Global Brand Director bei Bumble), Pia Poppenreiter (CEO und Co-Founder bei Ohlala) und Kate Davis (The Campaign Against Sex Robots) fanden sich auf der Second Stage zusammen mit Moderatorin Hannah Klose ein, um lebhaft über die Frage nach der Zukunft der Beziehungen zu debattieren.

Im Kern ging es dabei vor allem um die zunehmende Verschiebung sozialer Interaktionen in die Onlinewelt. Längst kommentieren, konsumieren, verabreden und verlieben wir uns digital. Doch wie weit geht diese Entwicklung noch? Pia Poppenreiter hat dazu eine klare Meinung. Menschen würden zu viel Zeit online verbringen – in dem Glauben, dort mehr Nähe zu erfahren. Ein Irrtum, so Poppenreiter.

Die Zukunft der Liebe

In der Sache sah es Luise Troen ähnlich. Laut Troen haben Menschen ein inneres Bedürfnis, sich miteinander zu verbinden. Das treibt sie an. Die Datingapp Bumble sehe sich dabei in erster Linie als Ermöglicher dieser Sehnsucht. Allerdings wäre sie sehr beunruhigt, sollte sich in zehn Jahren alles nur noch online abspielen.

Auch Kate Davis blickt in gewissen Punkten eher skeptisch in die Zukunft. Ihr und anderen Gleichgesinnten ist der rapide Fortschritt, den die Entwicklung der Sexroboter beschreitet, ein Dorn im Auge. Die Angst dabei: Mit diesen Maschinen kann man anstellen, was man will, Zustimmung benötigt man dazu nicht. Wenn sich dieser Umgang allerdings in die echte Welt, auf reale Beziehungen, überträgt, war die MeToo-Bewegung erst der Anfang.

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