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Amazon plant eigene Satelliten für schnelles Internet

Amazon plant eigene Satelliten für schnelles Internet

Einmal noch den Sternenhimmel bewundern, bald könnte es damit vorbei sein. Na gut, ganz so schnell wird es nicht dystopisch, wenn man sich die Pläne diverser Internetgiganten jedoch ansieht, wird es eventuell in naher Zukunft sehr voll in der Erdumlaufbahn.

Facebook, OneWeb, SpaceX und Amazon planen nämlich, den Orbit mit tausenden Satelliten zu umspannen, um so schnelles Breitbandinternet an Menschen zu liefern, die bisher keinen Zugang zu einer Welt voll von Katzenvideos, Hasskommentaren und Netflixserien haben.

Ein gigantischer Markt

Etwa 4 Milliarden Erdbewohner sind es derzeit, die keinen Internetanschluss haben. Kombiniert man das mit den Leuten, die nur schlechte oder zu langsame Verbindungen ins Netz aufbauen können, ergibt sich daraus ein enormes Geschäftsfeld mit riesigen Gewinnmöglichkeiten.

Kein Wunder also, dass Amazon nun auch in dieses Rennen einsteigt und der US-Regierung jüngst die Pläne für sein Projekt Kuiper zur Genehmigung vorgelegt hat. Mehr als 3.000 Satelliten will die Firma dabei ins All schießen, um damit 95% der Weltbevölkerung Zugang zu schnellem, latenzarmen Internet zu verschaffen.

Prominente Konkurrenz

Allerdings ist der Shopping-Riese damit nur der letzte prominente Vertreter, der ein Stück vom Space-Kuchen abhaben will. OneWeb, genau zu diesem Zweck 2012 gegründet, hat bereits im Februar erste Satelliten in die Umlaufbahn geschossen. Mit einer externen Finanzierung von knapp 3 Milliarden US-Dollar, muss sich das Unternehmen vor den großen Playern auch keinesfalls verstecken.

Zu den prominenten Namen im Wettlauf um die Satelliten-Vorherrschaft am Himmel gehört unter anderem SpaceX. Die Firma von Tesla-Chef und Bond-Bösewicht-Verschnitt Elon Musk ist ja gerade dazu prädestiniert auf diesem Markt mitzumischen, schließlich ist sie seit 2017 der weltweite Marktführer in Sachen Satellitenstarts.

Es gilt auch als nicht allzu großes Geheimnis in der Branche, dass Google zusammen mit Fidelity Investments 2015 vor allem deshalb bei SpaceX eingestiegen ist, weil sich der Konzern für das mittlerweile Starlink getaufte Projekt interessiert. Immerhin eine Milliarde Dollar haben sich die beiden Firmen das kosten lassen. Starlink ist ebenjenes Programm, dass ein Satellitennetzwerk zur globalen Internetversorgung aufbauen will. Von den geplanten 11.000 Flugkörpern hat es bisher aber lediglich zu zwei Testobjekten gereicht.

Vorsicht, Flugobjekt!

Aber auch Facebook interessiert sich brennend für dieses Thema und werkelt seinerseits an geeigneten Trabanten. Point View Tech heißt die Firma, die das für den Social Media Primus übernimmt und Gerüchten zufolge einen Satelliten entwickelt hat, der Daten bis zu zehnmal schneller verarbeiten kann als der von Starlink.

Man darf also gespannt sein, wer am Ende das Rennen um die Internetversorgung der Menschheit machen wird. Noch ist der Markt groß genug, dass es selbst für Späteinsteiger Amazon keineswegs zu spät ist.  Ob es dieser flächendeckenden Versorgung dann überhaupt noch bedarf, weil die meisten Menschen bis dann ohnehin von herunterfallenden Satelliten oder Weltraumschrott erschlagen wurden, ist eine Frage, die auf einem gänzlich anderen Blatt steht.

Fotoquelle: Rocky Grimes / Shutterstock.com

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